Hausbau in Kanyara Village

 

Unterstützung für eine arme nepalesische Familie im Dorf Kanyara, in der Nähe von Lower Dharamsala:

         
Das 15-jährige Mädchen Nikita Gurung lebte mit seinem Vater und der 10-jährigen Schwester Ritika zusammen in einer winzigen Hütte im Dorf Kanyara. Die Mutter hatte die Familie vor 4 Jahren verlassen und lebt nun in Manali, sie kümmert sich überhaupt nicht um die Kinder. Der Vater verdient ein paar Rupees im Schieferabbau, aber das reicht kaum aus um die Familie zu ernähren.
Die winzige aus Stein und Lehm bereits 1950 erbaute Wohnhütte befand sich in einem erbärmlichen und extrem schlechten Zustand, die Wände waren feucht und schimmelig, das Dach ist undicht, in der Küche gab es keinen festen Boden sondern nur große Steine, auf denen man selbst mit Schuhen kaum laufen konnte und meist gehen die Menschen dort barfuß.
Es gab weder Toilette noch Dusche, nicht einmal einen Wasseranschluss. Eine richtige Raumdecke war nicht vorhanden, nur ein leckes Schieferdach schützte ein wenig vor Regen und Wind. Der 46-jährige Vater der Mädchen wurde in diesem Haus geboren. Das Grab des Großvaters befindet sich draußen vor der Tür.
Für die beiden Mädchen konnten wir eine Patin finden, mit deren Hilfe nun ihre Schulausbildung gesichert ist. Doch wir wollten der Familie auch helfen, sich ein menschenwürdigeres Zuhause zu schaffen.

Auf die Situation der Familie aufmerksam gemacht, hatte uns Thupten, ein ehemaliger Mönch des Klosters Tse Chok Ling, der in der Vergangenheit zahlreiche Hilfsprojekte für das Kloster und in der Region leitete. Er kennt die Familie persönlich, besucht sie häufiger und sorgt dafür, dass die Patenschaftsspenden für die Schulausbildung verwendet werden.

Er hat uns auch bei der Umsetzung einer zusätzlichen Hilfsaktion unterstützt, nämlich der Familie ein neues, stabiles, kleines Haus zu bauen. Zunächst sollte die alte Hütte saniert werden, doch nach der Bestandsaufnahme des beauftragten Ingenieurs und Architekten war nicht viel zu retten. Daher wurde das alte Haus abgerissen und ein komplett neues errichtet. Einzig das gute, massive Fundament konnte erhalten bleiben.

Im Mai 2017 konnten wir die ersten Spenden in Höhe von 1.760 Euro für das Bauprojekt überweisen und so konnte am 19. Mai mit dem Abriss begonnen werden.

    

Die beiden Töchter wurden während der Bauphase bei Nachbarn untergebracht. Der Vater übernachtete in einem provisorischen Verschlag, der aus den alten Lehmziegel errichtet und hauptsächlich als Lagerraum genutzt wurde.

Ende Mai wurden neue Ziegel, Sand und ein 500 L – Wassertank geliefert. Holzrahmen für 3 Türen und 5 Fenster wurden bestellt.

 

Bis Mitte Juni konnten bereits die Außenwände errichtet und ein Teil des Materials für das Dach geliefert werden.

  

 

 

 

 

Im Juli wurde das Dach zementiert und nachdem die Stützpfeiler entfernt werden konnten, wurde der Innenausbau begonnen.

   

Am 12. August konnte die Familie endlich in den halbfertigen Bau einziehen. Die jüngere Tochter Ritika übernachtete noch bei Verwandten, doch Nikita und Deephak Gurung schliefen bereits in dem neuen Haus. Fenster und Türen hatten bis dahin nur Rahmen, alles war noch offen. Die Böden und Wände mussten noch verputzt und die Elektroleitungen noch verlegt werden.

   

Nach einem kurzen Bau-Stop aufgrund von neuen Dokumenten, die bearbeitet werden mussten, gingen ab Mitte August die Bauarbeiten weiter und es wurde mit dem Verputzen der Wände begonnen. Am 25. August trafen weitere Lieferungen mit Sand und Zement ein. Der Bau an den Türen und Fenstern ging gut voran. Damit das Material bezahlt werden konnte, haben wir am 24.08. weitere 870 Euro Spenden überwiesen.

 

        

Die letzten Spenden waren fast 4 Wochen unterwegs, doch Mitte September konnten endlich wieder Rechnungen bezahlt werden. 

Beide Kinder und der Vater leben nun schon in dem neuen Haus. Da der Wasseranschluss in der Küche noch nicht eingerichtet ist, nutzen sie das Wasser der Nachbarn.
Türen, Fenster und Böden sind fertig, die elektrischen Leitungen sind verlegt und alles funktioniert ausgezeichnet. Bis auf die Küche sind auch alle Wände im Innenbereich bereits verputzt. Drei der Außenwände müssen noch verputzt werden.

      

Im Außenbereich wurde bereits begonnen das kleine Areal für Toilette und Dusche vorzubereiten. Wenn die Hauswände verputzt und gestrichen sind, wird dies der letzte Bauabschnitt sein:

 

Hier ein Video zum Stand der Bauarbeiten vom 20.09.2017:

 

Thupten Lama versorgt uns regelmäßig mit Aufstellungen der  Gesamtkosten, Ausgaben und Materialen, die noch finanziert werden müssen.
Es werden noch ca. 4.200 Euro benötigt. Dieser Betrag umfasst Kosten für Material und Arbeitsstunden für bereits geleistete Arbeit, d.h. Rechnungen, die noch bezahlt werden müssen, sowie für alles weitere, was noch zu tun ist.

   

 

Im Dezember 2017 konnten wir die nächsten Spenden in Höhe von 1.060 Euro persönlich überreichen. Davon wurden 220 Euro von der Patin der Kinder gespendet. 840 Euro wurden für den Hausbau gespendet.

Die Innenarbeiten sind nun beendet, die Wände sind verputzt und gestrichen, alle Stromleitungen verlegt. Wir konnten 3 Betten, Matratzen, Kissen, Tisch und Stühle kaufen. Es gibt außerdem ein kleines Regal, einen Fernseher, einen kleinen Altar und sogar Gardinen. Draußen haben Deepak und Ritika ein kleines Blumenbeet angelegt und der Bereich vor dem Haus wurde gepflastert. Es ist ein richtiges Heim entstanden und die Familie ist sehr glücklich und dankbar.

       

Im Januar 2018 konnten wir eine neue Unkosten-Aufstellung machen und den noch benötigten Betrag anpassen. Für offene Rechnungen und den Bau von Toilette und Dusche im Außenbereich, der nun begonnen wird, werden ca. 2.000 Euro benötigt. 

Am 21. Februar wurde das Haus mit einer Feuer-Puja und einer kleinen Lunch-Party mit vielen fröhlichen Gästen eingeweiht:

      

Ende Februar 2018 konnten wir konnten wir weitere 1.053 Euro Spenden für das Haus überreichen. 
Das Haus ist nun fertig und mit dem Wichtigsten eingerichtet. Insgesamt hat es 8.085 Euro gekostet, die vollständig durch Spenden finanziert wurden. 

Wir danken allen Unterstützern von Herzen für diese wunderbare Hilfe, wodurch Familie Gurung ein menschenwürdiges Haus geschaffen werden konnte!

 

  

  

August 2018:

Der Bau der Dusche und Toilette im Außenbereich soll demnächst begonnen werden. Dies hatte sich lange Zeit verzögert, da die notwendige Genehmigung nicht vorlag. Ein Nachbar hat sich nun bereit erklärt, seine Wasserleitung mit Familie Gurung zu teilen. Hierzu muss eine neue, ca. 20 Meter lange Leitung verlegt und Anschlüsse eingerichtet werden. Die Kosten für die Genehmigung und das Material werden auf 150 Euro geschätzt.

November 2018:

Ende November konnten wir während unseres Besuchs in Dharamsala Familie Gurung besuchen und uns persönlich einen neuen Eindruck von den Arbeiten verschaffen. Dabei konnten wir auch weitere 100 Euro für die Einrichtung der Wasserleitung überreichen. Sie wird in Kürze gelegt. Dusche und Toilette sollen nun auf dem Vorplatz des Hauses gebaut werden.

        

 

Februar 2019:

Traurige Nachrichten haben uns heute erreicht. Am heutigen Morgen (03.02.2019) ist der Familienvater Deepak mit nur 48 Jahren an Leberversagen gestorben. In der vergangenen Woche war er ins Krankenhaus eingeliefert worden und hat sich nicht mehr erholt.

Unser Mitgefühl ist bei seiner Familie, besonders den drei Töchtern.

 

Die 3 Töchter von Deepak Gurung werden im Haus bleiben. Daher werden wir das Haus-Projekt fortführen.

 

     

Während der 15-tägigen Feierlichkeiten nach nepalesischer Tradition musste die Familie viele Trauergäste verköstigen. Die engste Familie blieb rund um die Uhr beim aufgebahrten Leichnam. Nach 15 Tagen wurde dieser verbrannt. Die gesamte Trauerzeit beträgt 45 Tage. Danach werden die beiden älteren Töchter wieder arbeiten gehen können. Ritika, die jüngste Tochter, geht nun wieder zur Schule.

Für die Trauer-Zeremonie konnten wir ca. 150 Euro Spenden sammeln, die Thupten Lama vorgelegt und der Familie bereits überreicht hat.

 

März 2019

Nach langem Verhandeln und unzähligen Terminen auf der Ortsverwaltung hat Thupten Lama, unser Helfer vor Ort, die Nachricht erhalten, dass die örtlichen Behörden den Anschluss an die Wasserleitung doch nicht genehmigen. Eine Begründung hierfür wurde nicht mitgeteilt und wir sind sehr enttäuscht über diese Entscheidung.

Somit ist das Hausprojekt abgeschlossen und die Spendenaktion wird beendet. Auch wenn die drei Töchter von Deepak Gurung derzeit nur sporadisch im Haus leben, hoffen wir, dass es ihnen Sicherheit bietet und auch als Rückhalt im Alter dienen wird.